Blog: KI in der Erwachsenenbildung

KI braucht eine Zeile im Haushalt

Veröffentlicht am 03.06.26

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit Wochen sind wir u.a. in Behörden, Hochschulen und Bildungseinrichtungen unterwegs und zeigen, wie das Arbeiten mit den neuen KI-Modell-Architekturen aussieht. Dabei sehen wir nicht mehr Chatfenster und automatisierte Agenten, sondern Werkzeuge, die Aufgaben übernehmen, Dokumente durchsuchen, Konzepte vorstrukturieren. Wir glauben nicht an das Versprechen von immer mehr und immer schneller. Aber an besser.

Es gab zwar immer einen Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen KI-Angeboten, aber bislang war er nicht so entscheidend. Man kam mit beiden voran. Diese Phase geht zu Ende. Wer größere Dokumente verarbeitet, Konzepte entwickeln lässt oder über mehrere Schritte an komplexen Aufgaben arbeiten will, merkt, dass die kostenfreien Modelle das nicht leisten.

Als Bildungsanbieter muss ich selbst Erfahrungen mit dieser Art des Arbeitens machen – mit dem Blick auf eine Region, einen Fachbereich, auf eine Zielgruppe –, um zu verstehen, was gerade passiert. Wenn eine Professorin im Workshop erlebt, was mit diesen Werkzeugen möglich ist, und dabei denkt: „Damit könnte ich eine Masterarbeit schreiben”, dann ist die nächste Frage: „Wie soll ich für die Qualität meines Fachbereichs einstehen, wenn ich selbst keinen Zugang habe, um das zu beurteilen?”

Es geht nicht darum, jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Aber es gibt auch bei KI einen Unterschied zwischen bewusster Enthaltung und unfreiwilligem Abgehängtsein.

Wir erleben aktuell, dass viele Menschen diese Werkzeuge für den Einsatz am Arbeitsplatz privat bezahlen. Aus eigener Tasche, weil sie den Unterschied erlebt haben und nicht mehr ohne arbeiten wollen. Vor einem Jahr hätte man sagen können, KI gehört nicht zwingend in den Etat einer Bildungseinrichtung. Das hat sich geändert. Heute gehört es dazu. Mit einem realistischen Budget und mit einer Reserve für Preissteigerungen, die kommen werden.

Es entstehen neue Infrastrukturkosten, die nicht nebenbei getragen werden können und deshalb in die politische Kommunikation gehören: Denn hier tut sich eine Lücke auf. Und die hat etwas mit Chancengleichheit zu tun.

Sascha Lobo denkt in seinem aktuellen Podcast noch ein Stück weiter hin zu Personal AI Agents und beschreibt, wie sich gerade eine zweigeteilte Welt entwickeln könnte. Auf der einen Seite Organisationen, die KI bewusst einplanen, die mit ihr arbeiten dürfen, die sie in ihre Strukturen integrieren. Auf der anderen Seite solche, bei denen KI in keinem Budget vorkommt, bei denen niemand auf die Idee käme, dafür Mittel freizugeben.

Dabei geht es nicht nur um die großen kommerziellen Modelle. Auch lokale KI-Modelle, die auf dem eigenen Rechner oder in der eigenen Infrastruktur laufen, entwickeln sich derzeit zu interessanten Alternativen (s.u.). Sie verschieben die Kostenfrage weg vom Lizenzpreis, hin zu Beratung, Einrichtung, Wartung, Infrastruktur und Kompetenzaufbau. Aber auch das kostet Geld.

Das sind keine Fragen, die sich am einzelnen Arbeitsplatz lösen lassen. Viele Verbände und Träger stehen vor der Herausforderung, diese neuen Kosten an die Politik vermitteln zu müssen, und das in einer Zeit, in der die Mittel ohnehin knapp sind. Die Budgets für die kommenden Jahre werden jetzt erstellt. Wir drücken die Daumen, dass KI-Infrastruktur darin vorkommt.

Sprechen Sie uns an. Wir begleiten Sie mit Workshops, Keynotes, Moderation und Beratung.

Christiane Carstensen, David Röthler und Sonya Dase
von Milenu und Dase & Carstensen

Empfehlen Sie uns gerne weiter …

Den vollständigen Infobrief zu KI für Fach- und Führungskräfte in der Erwachsenenbildung finden Sie hier.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.