Lernen, Sprache und KI

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

als wir im November 2023 bei der MedienAkademie23 der Friedrich-Ebert-Stitung zwei Tage über "Journalismus in Zeiten von KI" diskutierten, zog Karin Bjerregaard Schlüter in Bezug auf die Kennzeichnungspflicht eine Parallele zu unseren Nahrungsmitteln und äußerte folgende Einschätzung: Wir werden irgendwann einmal ausschießlich die Produkte kennzeichnen, die 100 % menschgemacht sind, genauso wie wir heute die Lebensmittel kennzeichnen, die "Bio" sind. – Künstliche Zusatzstoffe sind das neue Normal – und übrigens auch so vielfältig, dass die Kennzeichnungspflicht kaum noch bewältigbar ist. Und jede Aussagekraft verliert.

Genau das erleben wir nun, nachdem am 2. August in der EU die Kennzeichnungspflicht für bestimmte beruflich genutzte und öffentlich relevante KI-Inhalte in Kraft getreten ist. Von wem stammt der Gedanke, von dem die Formulierung? Macht die KI-Korrektur meinen Text zu einem KI-generierten Text? Und ist das geheime Wasserzeichen eigentlich eine gute Idee? Wir sind sicher, dass die derzeitigen Versuche, KI-Inhalte als solche kenntlich zu machen, sehr kurzfristige und bald bereits vergessene Übergangslösungen darstellen.

Was gerade für unsere Branche so problematisch ist: KI-Detektoren strafen die Produkte ab, die zu gleichförmig, musterhaft oder standardisiert erscheinen. Das benachteiligt ganz besonders Menschen, die in einer Zweitsprache formulieren. Aber auch die, die sich an den Prinzipien verständlicher Sprache orientieren.

Wir betrachten wie immer die Entwicklung aufmerksam und hoffen, dass diese Übergangsphase bald vorübergeht. Und dass es pragmatische Lösungen geben wird, die  die Bildungsbranche nicht daran hindern, den Großteil der Ressourcen in die Gestaltung wirksamer Lernumgebungen zu investieren. – Wir plädieren seit Jahren in unseren Workshops, Seminaren, Vorträgen und Keynotes dafür, nicht "Mit KI oder ohne KI?" zu fragen, sondern nach dem "Wann", "Wozu" und "Wie".
 
Was uns sonst noch im Themenfeld "Coaching, Lernen & KI" beschäftigt, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Wie immer wünschen wir Ihnen viel Freude bei der Lektüre. 


Mit besten Grüßen
Christiane Carstensen & Dr. Sonya Dase

KI & Lernen

Immer noch dreht sich in der Bildungsbranche vieles um die sogenannten "Future Skills". Weniger wird über den Agency-Begriff gesprochen, der aus unserer Sicht gerade in einer von KI geprägten Welt von immenser Bedeutung ist.
Am 06.10.2026 von 18.30–19.30 Uhr beleuchtet Christiane Carstensen die Frage: „Future Skills und Agency – Warum sich für eine gute Praxis der Blick auf die Theorie lohnt!“ 

Der Vortrag ist kostenfrei und offen für alle Interessierte. Registrierungslink: hier

Sprachcoaching

Im (Sprach-)Coaching-Prozess müssen wir drei sehr unterschiedliche Dinge zeitgleich meistern: Wir müssen den Gesamtprozess steuern, das Gegenüber ganzheitlich wahrnehmen und ebenso auch unsere eigene Körperresonanz und Reaktion auf das Geschehen. – Weil das ziemlich viel auf einmal ist, bieten wir mit unserer neuen "Sprachcoaching-Übungswerkstatt"  die Möglichkeit, sich ganz auf einen Teilbereich zu fokussieren und Routine zu entwickeln.

Das Prinzip: angeleitetes Üben und Auswerten in Paaren oder Triaden; kleine Gruppe (max. 9 Personen); jeweils ein Übungsfokus. Preis: 19,– Euro (brutto)

23.09.2026 (18.30–20.00 Uhr) – „Übungsfokus: Zuhören“

22.10.2026 (18.30–20.00 Uhr) – „Übungsfokus: Beobachtungen äußern“

10.12.2026 (18.30–20.00 Uhr) – „Übungsfokus: Hypothesen formulieren“Fragen und Anmeldung bei: sd@bildungs.consulting

Dase & Carstensen unterwegs

Fast schon ein Klassiker: Auch in diesem Jahr ist Christiane Carstensen wieder in Strobl am Wolfgangsee (Österreich) und behandelt das Thema "KI im Bildungsmanagement"

Das Modul, das am 16./17.10.26 stattfindet, ist Teil des Lehrgangs "KI in der Erwachsenenbildung". Mehr dazu hier

Unser Lese-, Hör- oder Veranstaltungstipp

Unsere kollegialen Beratungen für (Sprach-)Coaches sind eine großartige Gelegenheit, die Beobachtungsrolle zu üben, klassische Coaching-Interventionen anzuwenden und (in der Rolle der Ratsuchenden) Lösungen für aktuelle  Fragen zu entwickeln.

Am 15. September (18.3020.00 Uhr)findet die nächste kollegiale Beratung statt, durchgeführt von Susanne Oberdrevermann und Anne Sass. Es sind noch zwei Plätze frei.

Weitere Informationen und Anmeldungen zu diesem kostenfreien Format: sd@bildungs.consulting

Das passt in keine Rubrik

Im letzten Newsletter hatten wir auf Lynda Gratton aufmerksam gemacht, nun ist gerade ihr neuestes Buch erschienen. "Living the 100-Year Life" trägt den wunderbaren Untertitel "How to build a career that lasts and a life you love". 

Aus unserer Sicht ein wichtiger Leitsatz für das eigene Leben, aber auch für unsere Arbeit als (Sprach)Coaches. 

Die Bilder dieses Newsletters

Wer unsere Workshops besucht, weiß: Unseren Grundlagenteil beenden wir immer mit einer Reflexionsphase, in der es um den sinnvollen Einsatz von KI geht. Folgende Fragen stehe im Zentrum: Was will ich erreichen? Wie komme ich am besten zu diesem Ziel? Hilft mir der KI-Einsatz, zu mehr Qualität, freundvollerem Lernen oder Einsparung meiner Zeit zu kommen? Und was sind die Kosten (ökologisch und ökonomisch) meines KI-Einsatzes?

Weil KI-Bilder ressourcenintensiv sind  und in diesem Newsletter lediglich dekorative Funktion haben, nutzen wir mittlerweile nur noch Bilder, die wir bereits in anderen Kontexten erstellt haben.

In der heutigen Ausgabe haben wir nur ein Bild verwendet, von dem wir unterschiedliche Ausschnitte zeigen.

Das Bild gehört zu der Serie von Bildern, die alle nicht das Cover des Buches "Coaching in der Zuwanderungsgesellschaft" schmücken.
Unsere Ausgabe 6/2026 hat bereits andere Bilder dieser Serie gezeigt.

Der Grundprompt: A narrow horizontal abstract [watercolor/oil/ acryl painting] with luminous, highly saturated colors appearing as irregular blotches and splashes rather than stripes. The colors—vivid red, cobalt blue, bright yellow, emerald green, and magenta—are applied loosely, forming organic shapes and soft-edged patches. The watercolor is wet and fluid, with translucent layers spreading across the surface. From these blotches, the pigment flows downward in wide, soft washes, creating vertical drips and gentle streams. Colors bleed into each other where they meet, forming smooth gradients, subtle transitions, and natural mixing. Edges are soft, with visible water diffusion, blooms, and backruns. The overall effect is airy, fluid, and expressive, as if the paint is still wet and actively spreading on textured paper. No objects, no text, focus on color flow, transparency, and organic shapes

Das genutzte Modell: HiDream AI (über die Plattform NightCafé)

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